So nutzt du Tor Browser: Installation, Brücken und Sicherheit
Lade Tor Browser von der Webseite des Tor Project herunter, öffne ihn und klick auf „Verbinden“. Ob du danach anonym bleibst, hängt von ein paar Gewohnheiten ab.
Tor Browser ist ein angepasster Firefox, der deinen Datenverkehr über drei Knoten leitet, die von Freiwilligen betrieben werden. Webseiten sehen deine IP-Adresse nicht, und dein Internetanbieter sieht nicht, welche Seiten du aufrufst. Er ist kostenlos und stammt vom gemeinnützigen Tor Project. Aktuell ist Tor Browser 16.0, erschienen am 29. Oktober 2026.
Vor dir selbst kann er dich allerdings nicht schützen. Meldest du dich über Tor bei deinem üblichen Google-Konto an, weiß Google ganz genau, wer da gerade vorbeigeschaut hat.
Zum ersten Mal dabei: auf Computer oder Handy installieren und verbinden (Kapitel 2)
Tor verbindet sich nicht oder ist bei dir gesperrt: Brücken, nach Land (Kapitel 4)
Neugierig, was Tor wirklich verbirgt: wer was sieht (Kapitel 1)
Sorgen um die Sicherheit: die Regeln, auf die es ankommt (Kapitel 5)
Ob du zusätzlich ein VPN brauchst: meistens nicht (Kapitel 6)
Wie Tor funktioniert und was es verbirgt
Wenn du auf „Verbinden“ klickst, baut Tor Browser einen Weg über drei Knoten auf: einen Eingangsknoten (Guard), einen mittleren Knoten und einen Exit-Knoten. Dein Datenverkehr verlässt deinen Computer in drei Verschlüsselungsschichten verpackt, und jeder Knoten schält eine davon ab. Schicht für Schicht, wie bei einer Zwiebel – daher das „Onion“ in „The Onion Router“.
Jeder Knoten kennt nur seinen Vorgänger und seinen Nachfolger. Der Eingangsknoten kennt deine IP-Adresse, aber nicht dein Ziel. Der Exit-Knoten kennt die Seite, aber nicht, wer sie aufgerufen hat.
Den Eingangsknoten wählt Tor zufällig aus, und er bleibt zwei bis drei Monate derselbe. Mittlerer Knoten und Exit-Knoten wechseln von Seite zu Seite, und etwa alle zehn Minuten schickt Tor neue Verbindungen über frische Kanäle.
Zwei Zeilen verdienen einen zweiten Blick. Der Exit-Knoten kann alles mitlesen, was du an eine Seite ohne HTTPS schickst. Deshalb öffnet Tor Browser Seiten standardmäßig im Nur-HTTPS-Modus. Und dein Internetanbieter sieht weiterhin, dass du Tor nutzt. Soll in deinem Netzwerk niemand davon wissen, verbirgt eine Brücke das (Kapitel 4).
Außerdem schützt Tor nur, was über Tor Browser läuft. Dein anderer Browser, dein E-Mail-Programm und der Rest deines Computers nutzen weiter die normale Verbindung. Soll alles auf dem Rechner über Tor laufen, gibt es dafür Tails.
Tor Browser installieren und verbinden
Unter Windows, Mac oder Linux
- Öffne die offizielle Download-Seite und wähl dein System: Windows 10 oder 11, macOS ab 10.15 oder 64-Bit-Linux (Intel/AMD oder Arm).
- Wenn du sicher sein willst, dass niemand die Datei ausgetauscht hat, prüf ihre Signatur. Das Tor Project empfiehlt das, und am wichtigsten ist es, wenn du die Datei von einem Spiegelserver hast.
- Installier Tor Browser. Unter Windows startest du die .exe und folgst dem Assistenten; er legt eine Verknüpfung auf deinem Desktop an. Auf dem Mac öffnest du die .dmg und folgst den Schritten. Unter Linux entpackst du die .tar.xz-Datei und klickst im neuen Ordner auf start-tor-browser.desktop.
Für ältere Systeme heißt es: Pech gehabt. Windows 7, 8 und 8.1 sowie macOS 10.12 bis 10.14 haben im März 2026 ihr letztes Update von Tor Browser bekommen (Version 13.5.29), und mit Tor Browser 16 ist die Unterstützung für 32-Bit-Linux weggefallen.
Unter Android
Installier Tor Browser über Google Play oder über F-Droid, nachdem du dort das Repository des Guardian Project hinzugefügt hast. Du brauchst Android 8.0 oder neuer. Die APK gibt es auch auf der Webseite des Tor Project, aber wenn du nicht sicher bist, welche Version dein Handy braucht, rät das Projekt zu einem App-Store. Öffne die App und tipp auf „Verbinden“.
Auf iPhone und iPad
Für iOS gibt es Tor Browser nicht. Wer ein iPhone hat, den verweist das Tor Project auf Onion Browser aus dem App Store, eine Open-Source-App von einem Entwickler, der eng mit dem Projekt zusammenarbeitet. Onion Browser leitet deinen Datenverkehr über Tor. Apple schreibt aber allen iOS-Browsern WebKit vor, deshalb kann Onion Browser nicht alle Schutzfunktionen von Tor Browser übernehmen.
Wenn die Webseite des Tor Project gesperrt ist
Nimm den offiziellen Spiegelserver tor.eff.org oder frag GetTor. Schreib @GetTor_Bot auf Telegram an oder schick eine E-Mail an [email protected], in der nur der Name deines Systems steht (windows, osx, linux oder android). In der Antwort bekommst du einen Download-Link und die Signatur, mit der du die Datei prüfen kannst.
Die erste Verbindung
Tor Browser startet mit dem Bildschirm „Mit Tor verbinden“. Klick auf „Verbinden“. Schaltest du vorher „Immer automatisch verbinden“ ein, überspringt Tor Browser diesen Bildschirm künftig.
Bleibt der Fortschrittsbalken hängen, obwohl deine Verbindung sonst schnell ist, blockiert dein Netzwerk vielleicht Tor. Tor Browser bietet dir dann den Verbindungsassistenten an: Klickst du auf „Eine Brücke versuchen“, wählt er eine Brücke für deinen Standort aus. Unter „Verbindung konfigurieren…“ kannst du auch selbst eine einrichten (Kapitel 4). Hinter einem Firmen-Proxy findest du die Einstellung unter Einstellungen > Verbindung > Erweitert: „Konfigurieren, wie sich Tor Browser mit dem Internet verbindet“.
Sobald du verbunden bist, landest du auf einer Seite mit einem Suchfeld von DuckDuckGo. Legst du den Schalter „Onionisieren“ daneben um, gehen deine Suchanfragen stattdessen an die Onion-Seite von DuckDuckGo.
Tor Browser im Alltag
Neue Identität oder neuer Kanal?
Die beiden Schaltflächen klingen ähnlich, machen aber etwas ganz anderes.
- Neue Identität (in der Symbolleiste und im ≡-Menü) schließt alle Tabs und Fenster, löscht Cookies und Verlauf und gibt jeder Seite neue Kanäle. Nimm sie, wenn du als jemand anderes neu anfangen willst, zum Beispiel bevor du zu etwas wechselst, das nicht mit dem in Verbindung gebracht werden soll, was du gerade getan hast. Laufende Downloads brechen dabei ab, deshalb fragt Tor Browser vorher nach.
- Neuer Tor-Kanal für diese Seite (im ≡-Menü oder in der Kanal-Anzeige hinter der Schaltfläche „Tor-Kanal“ in der Adressleiste) lädt nur die aktuelle Seite über andere Knoten neu. Gelöscht wird nichts. Nimm das, wenn eine Seite über den aktuellen Exit-Knoten nicht oder falsch lädt.
Die Kanal-Anzeige zeigt außerdem, in welchen Ländern deine Knoten stehen. Der erste, als Guard markierte Knoten bleibt absichtlich gleich.
Sicherheitsstufe
Klick in der Symbolleiste auf das Schild-Symbol („Sicherheitsstufe“), dann auf „Einstellungen“ und dann auf „Sicherheitsstufe ändern“. Wenn du eine neue Stufe mit „Speichern und neu starten“ übernimmst, startet der Browser neu und schließt deine Tabs.
- Standard: Alle Funktionen von Browser und Webseiten laufen. Laut dem Leitfaden der EFF ist das für den Alltag in Ordnung.
- Sicherer: JavaScript ist auf Seiten ohne HTTPS aus, einige Schriften und mathematische Symbole sind deaktiviert, und Audio, Video und WebGL starten erst nach einem Klick.
- Am sichersten: JavaScript ist überall aus, dazu einige Schriften, Icons, mathematische Symbole und Bilder; Audio und Video starten erst nach einem Klick. Rechne damit, dass Seiten, die auf Skripte angewiesen sind, nicht mehr richtig funktionieren.
Wir würden „Sicherer“ wählen, wenn du Seiten öffnest, denen du nicht ganz traust. Diese Stufe schaltet JavaScript nur auf Seiten ohne HTTPS ab, wo ein Exit-Knoten es manipulieren könnte.
Onion-Seiten
Manche Seiten haben eine Version, die komplett im Tor-Netzwerk liegt, unter einer Adresse aus 56 Buchstaben und Ziffern mit der Endung .onion. Die Verbindung verlässt Tor nie, also gibt es keinen Exit-Knoten, der mitlesen könnte. Hat eine Seite, die du besuchst, so eine Version, erscheint in der Adressleiste eine lila Schaltfläche „.onion verfügbar“. Klick darauf, um zu wechseln.
Kopier Onion-Adressen von der normalen Webseite der jeweiligen Organisation, statt sie abzutippen. Ein falsches Zeichen, und Tor Browser findet die Seite nicht.
CAPTCHAs, blockierte Seiten und gesperrte Konten
Die Liste der Tor-Exit-Knoten ist öffentlich, also kann jede Seite erkennen, dass jemand über Tor kommt. Manche Seiten reagieren mit CAPTCHAs, manche sperren Tor ganz, weil sie Tor-Nutzer nicht von Bots unterscheiden können. Banken sperren unter Umständen ein Konto, das sich plötzlich über einen Exit-Knoten auf einem anderen Kontinent anmeldet. Erledige dein Banking nicht über Tor; beim Einloggen sagst du der Bank ohnehin, wer du bist.
Wenn eine Seite, die du brauchst, Tor blockiert, rät das Tor Project, den Betreibern zu schreiben. Das hat laut dem Projekt besser funktioniert als alles andere.
Geschwindigkeit
Jede Seite läuft über drei Server von Freiwilligen, oft auf verschiedenen Kontinenten. Deshalb ist Tor langsamer als dein normaler Browser. Beim Lesen und Suchen merkst du den Unterschied laut Tor Project aber vielleicht kaum.
Updates und Deinstallation
Steht ein Update bereit, erscheint am ≡-Menü ein grüner Pfeil. Wähl dann „Update verfügbar – jetzt neu starten“. Unter Android kommen Updates wie bei jeder anderen App über Google Play oder F-Droid.
Um Tor Browser unter Windows zu entfernen, löschst du seinen Ordner (standardmäßig auf dem Desktop). Auf dem Mac ziehst du die App in den Papierkorb und löschst zusätzlich den Ordner TorBrowser-Data in ~/Library/Application Support. Unter Linux führst du in seinem Ordner ./start-tor-browser.desktop –unregister-app aus und löschst dann den Ordner. Unter Android deinstallierst du ihn wie jede andere App.
Wenn Tor gesperrt ist: So nutzt du eine Brücke
Eine Brücke ist ein Tor-Knoten, der nicht auf der öffentlichen Liste steht und sich deshalb schwerer sperren lässt. Die meisten Brücken tarnen außerdem den Datenverkehr, sodass dein Internetanbieter kaum erkennen kann, dass du überhaupt Tor nutzt. Wo Tor zensiert wird, brauchst du eine. Und das Tor Project empfiehlt eine, wenn dein Netzwerk nichts davon mitbekommen soll.
Am schnellsten geht es mit dem Verbindungsassistenten. Klappt „Verbinden“ nicht, klick auf „Eine Brücke versuchen“, und Tor Browser wählt eine Brücke für deinen Standort aus. Kann er nicht erkennen, wo du bist, wähl deine Region aus der Liste.
Um eine Brücke von Hand auszuwählen, klick auf dem Bildschirm „Mit Tor verbinden“ auf „Verbindung konfigurieren…“ oder öffne bei laufendem Tor Browser ≡ > Einstellungen > Verbindung. Wähl unter „Brücken“ die Option „Eine der eingebauten Brücken von Tor Browser auswählen“ und dann eine der drei:
- obfs4 lässt deinen Datenverkehr wie zufällige Daten aussehen. In Regionen mit strenger Zensur funktioniert es möglicherweise nicht.
- Snowflake leitet deine Verbindung über temporäre Proxys von Freiwilligen, sodass sie zum Beispiel wie ein Videoanruf aussieht.
- meek verbindet dich über einen großen Cloud-Anbieter. Das funktioniert möglicherweise auch bei strenger Zensur, ist aber meist sehr langsam.
Unter Android steckt dieselbe Auswahl hinter Einstellungen > Verbindung > „Config Bridge“ (Brücke konfigurieren) und dann „Use a Bridge“ (Brücke verwenden).
WebTunnel, das Tor wie den Besuch einer gewöhnlichen HTTPS-Webseite aussehen lässt, ist nicht eingebaut. Frische Brücken jeder Art bekommst du vom Tor Project: über „Brücken anfordern …“ im selben Bereich „Brücken“ (nach einem CAPTCHA), über @GetBridgesBot auf Telegram (schick /webtunnel oder /obfs4), über bridges.torproject.org, wo WebTunnel unter „Advanced options“ (Erweiterte Optionen) steht, oder per E-Mail an [email protected] von einer Gmail- oder Riseup-Adresse. Was du bekommst, fügst du unter „Bereits bekannten Brückenadressen eingeben“ ein.
Mehr Details stehen in den Tipps des Tor Project für zensierte Regionen. Sein Support-Team ([email protected]) kann Menschen in Russland, Turkmenistan und Belarus außerdem private Brücken schicken und hilft beim Verbinden aus China.
So nutzt du Tor sicher
Tor verbirgt, von wo aus du dich verbindest. Wer du bist, kann es nicht mehr verbergen, sobald du es einer Webseite verrätst. Das meiste Technische erledigt Tor Browser von Haus aus; um diese Punkte musst du dich selbst kümmern.
- Lade Tor Browser nur vom Tor Project herunter (von seiner Webseite, seinen offiziellen Spiegelservern oder über GetTor) und installier Updates, wenn das Menü sie anbietet.
- Melde dich nicht als du selbst an. Sobald du dich bei einem Konto mit deinem Namen anmeldest, weiß die Seite, wer du bist. Das gilt auch für Formulare, in die du persönliche Daten eintippst.
- Installier keine Add-ons und lass die Einstellungen in Ruhe. Jede Änderung lässt deinen Browser weniger wie alle anderen aussehen, und genau so pickt Fingerprinting einzelne Menschen heraus. Deshalb warnt Tor Browser auch, wenn du das Fenster maximierst: Die Fenstergröße kann deine Bildschirmgröße verraten, und die grauen Ränder um die Seiten (Letterboxing) sollen genau das verbergen.
- Vorsicht bei Downloads. Manche Dateien, vor allem Dokumente, können beim Öffnen außerhalb von Tor Browser eine Internetverbindung aufbauen und deine echte IP-Adresse verraten. Tor Browser warnt davor mit dem Hinweis „Vorsicht beim Öffnen von heruntergeladenen Dateien“. Öffne solche Dateien offline oder unter Tails und lies PDFs im eingebauten Viewer des Browsers.
- Kein Torrent über Tor. Torrent-Programme können deine echte IP-Adresse verraten, selbst wenn sie auf Tor eingestellt sind. Das Tor Project nimmt hier kein Blatt vor den Mund: Das ist unter keinen Umständen sicher.
- Prüf die Adressleiste, bevor du etwas Sensibles eintippst. Der Nur-HTTPS-Modus ist standardmäßig an, deshalb zeigt eine einfache http://-Seite erst eine Warnung. Kopierst du von einer Seite ohne HTTPS eine Kryptowährungsadresse, warnt Tor Browser 16 außerdem: „Kryptowährungsadresse wurde von einer unsicheren Webseite kopiert“. Ein Exit-Knoten könnte die Adresse nämlich ausgetauscht haben. Die Warnung bietet dir gleich „Tab mit einem neuen Kanal neu laden“ an.
- Nutz Tor nicht über einen anderen Browser. Das Tor Project rät dringend davon ab, weil andere Browser deine IP-Adresse preisgeben können und dich per Fingerprinting leicht erkennbar machen.
- Nimm eine Brücke, wenn dein Internetanbieter, deine Schule oder dein Arbeitgeber nicht sehen soll, dass du Tor nutzt (Kapitel 4).
Brauchst du zu Tor noch ein VPN?
Meistens nicht. Auf seiner Hilfeseite schreibt das Tor Project, dass es kein VPN zusammen mit Tor empfiehlt, außer du bist fortgeschritten und kannst beides so einrichten, dass der Schutz von Tor nicht leidet.
Ein VPN, das du vor Tor Browser einschaltest, ändert zwei Dinge. Dein Internetanbieter sieht eine VPN-Verbindung statt einer Tor-Verbindung, und der erste Knoten sieht die Adresse des VPN-Servers statt deiner. Dafür sieht die VPN-Firma deine echte IP-Adresse und dass du Tor nutzt. Für den Exit-Knoten und die Webseite ändert sich nichts, denn deine IP-Adresse haben die beiden ohnehin nie gesehen.
Eine Brücke verbirgt Tor schon vor deinem Internetanbieter, ohne dass eine weitere Firma dazwischensitzt. Ein VPN lohnt sich in ein paar Fällen: in einem Netzwerk, das Tor und alle Brücken sperrt, ein VPN aber durchlässt, oder wenn dein VPN ohnehin für alles läuft. Dann verbindest du zuerst das VPN, öffnest danach Tor Browser und wählst einen Anbieter, dessen No-Logs-Richtlinie durch ein Audit geprüft wurde. Unser Vergleich VPN vs. Tor erklärt, wie sich die beiden unterscheiden.
Manche VPNs verkaufen außerdem „Onion over VPN“-Server, die deinen Datenverkehr für dich ins Tor-Netzwerk weiterleiten. Damit öffnet auch ein normaler Browser Onion-Seiten, aber ohne die Schutzfunktionen von Tor Browser – genau das Setup, vor dem das Tor Project warnt.
Für Handys hat das Tor Project eine eigene Lösung: Tor VPN, eine Android-App, die seit September 2025 als Beta läuft und den Datenverkehr anderer Apps über Tor schickt, jede App über einen eigenen Kanal. Das Projekt rät, die App vorerst nur zum Testen zu nutzen, und sagt, dass Tor Browser beim Datenschutz weiterhin der Maßstab ist.
Ist Tor legal, und was ist das Darknet?
Ist das legal?
In den USA, wo das Tor Project seinen Sitz hat, ja. Die Juristen der EFF halten nach US-Recht sogar den Betrieb eines Tor-Knotens für legal.
Manche Regierungen sperren Tor. Viele russische Anbieter blockieren seit Dezember 2021 direkte Verbindungen, und die Hilfe des Tor Project erklärt auch, wie man Sperren in China, Turkmenistan und Belarus umgeht. Wer deine Verbindung beobachten kann, sieht, dass du Tor nutzt – darauf weist die EFF hin. Wenn dich das in Schwierigkeiten bringen könnte, nimm eine Brücke und informier dich vorher über die Regeln vor Ort. Und was illegal ist, bleibt auch über Tor illegal.
Und das Darknet?
Mit Darknet meinen die meisten Leute Onion-Seiten, also Seiten, die sich nur über Tor öffnen lassen. Viele davon sind ganz gewöhnlich. DuckDuckGo hat eine, und die BBC hat 2019 eine Onion-Version ihrer Nachrichtenseite gestartet, damit Leser in zensierten Ländern sie erreichen können, wie NPR damals berichtete. Andere verkaufen Drogen, gestohlene Konten und Kartendaten, wie unser Darknet-Preisindex zeigt.
Was offline illegal ist, bleibt es auch dort. Vertrau dem, was du dort findest, so sehr wie einem USB-Stick, den du auf einem Parkplatz gefunden hast.
Häufig gestellte Fragen
Einige Personen fanden Antworten auf diese Fragen hilfreich
Ist Tor Browser sicher?
Ja, für das, wofür er gemacht ist. Er ist kostenlos, Open Source und stammt vom gemeinnützigen Tor Project. Die Risiken hängen davon ab, wie du ihn nutzt: wenn du dich bei deinen eigenen Konten anmeldest, heruntergeladene Dateien außerhalb des Browsers öffnest, Torrents lädst, Add-ons installierst oder Daten an Seiten ohne HTTPS schickst, die der Exit-Knoten mitlesen kann. Die Regeln stehen in Kapitel 5.
Ist Tor legal?
In den USA ja, und die Juristen der EFF halten nach US-Recht sogar den Betrieb eines Tor-Knotens für legal. Manche Länder, darunter Russland, China und Turkmenistan, sperren Tor. Lebst du in einem davon, verbirgt eine Brücke, dass du Tor nutzt, und es lohnt sich, die Regeln vor Ort zu prüfen. Was illegal ist, bleibt auch über Tor illegal.
Brauche ich zu Tor noch ein VPN?
Meistens nicht. Das Tor Project rät davon ab, außer du bist fortgeschritten. Eine Brücke verbirgt deine Tor-Nutzung vor deinem Internetanbieter, ohne dass eine VPN-Firma dazukommt, die deine echte IP-Adresse sieht. In Kapitel 6 steht, wann ein VPN hilft.
Kann ich Tor auf dem iPhone nutzen?
Nicht mit Tor Browser, den es für iOS nicht gibt. Das Tor Project empfiehlt stattdessen Onion Browser aus dem App Store. Die App leitet deinen Datenverkehr über Tor, kann aber nicht alle Schutzfunktionen von Tor Browser bieten, weil Apple allen iOS-Browsern WebKit vorschreibt.
Kann mein Internetanbieter sehen, was ich über Tor mache?
Nein, er sieht nicht, welche Seiten du öffnest oder was du schickst. Er sieht aber, dass du dich mit Tor verbindest, wann und wie viele Daten du verbrauchst. Mit einer Brücke kann dein Anbieter kaum noch erkennen, dass es sich überhaupt um Tor handelt.
Ist Tor Browser dasselbe wie der Inkognito-Modus?
Nein. Der Inkognito- oder private Modus löscht nur Verlauf und Cookies, wenn du das Fenster schließt; dein Internetanbieter und die Seiten, die du besuchst, sehen deine Verbindung ganz normal. Tor Browser löscht dieselben lokalen Daten und verbirgt vor ihnen außerdem deine IP-Adresse und was du im Netz tust.